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 Eisenkiesel des Kellerwaldes

 

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Obsidian,Lapis-Lazuli,Achat,Leopardenstein,Weser-Jaspis,Granat
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 Weser-Mineralien u. Gesteine
 


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Dibas (Sauerland)
Kellerwald Sphärolithen (Zeolithe) sind über die Eder, Fulda in die Weser gelangt.

 
 
Sphärolith  

  

Einige Gedanken zu Vorkommen, Entstehung und Verwendung der Eisenkiesel des Kellerwaldes (Nordhessen)

von Roland Frömdling

Vorwort und Danksagung

Innerhalb der Eruptivgesteinsserien des Dillgebietes wie des Kellerwaldes sind Eisenkiesel recht verbreitet und können durchaus eindrucksvolle Aufschlüsse bilden. Dies zeigt sich beispielsweise, wenn man im Schelder Wald bei Dillenburg wandert und auf die Klippen der Wilhelmssteine stößt. Zwar kann der Kellerwald nur mit einer bescheidenen "Ausgabe" davon aufwarten (denkt man nur an das Blockfeld auf dem Pferdsberg bei Frankenau), doch wirken seine diesbezüglichen Gesteine bei weitem ästhetischer, weshalb man sie auch mit z.T. irreführenden Bezeichnungen wie "Löhlbacher Achat" oder "Wildunger Achat" belegte. Diese Wirkung war es auch, die die Menschen des Aufklärungszeitalters, insbesondere den hessischen Landgrafen Karl, derart faszinierte, daß bei Hofe allerlei Gegenstände daraus angefertigt wurden. Ob auch in früheren Zeiten bereits damit ein wirtschaftlicher Umgang stattgefunden hat (wie ULLMANN bereits 1803 meinte), ist nicht belegt. Wenn im folgenden Text die Rede von Eisenkieseln ist, so heißt dies nicht, daß man derartige Gesteine nicht auch zu den Jaspisen stellen kann. Als Erweiterung könnte man auch "hornsteinartiger Jaspis" gelten lassen. Doch ist dieser Begriff im strengen Sinne merkwürdigerweise nur auf Gesteine eines Feldes oberhalb von Odershausen zu beschränken. Die Anregung zur Beschäftigung mit solchen Eisenkieseln verdanke ich eigentlich der Anzeige eines Sammlers aus Berlin in der Zeitschrift "Aufschluß", die ungefähr im Jahre 1968 erschien. Seitdem haben mich diese Gesteine nicht mehr losgelassen, zumal einer Suche aus sekundärer Lagerstätte, also insbesondere der Felder bei Odershausen, Braunau oder Löhlbach, in gewisser Weise auch ein Hauch von "Schatzgräberei" anhaftet, vor allem dann, wenn die Stücke ungeschliffen und poliert sind und entsprechend präsentiert werden können. Beim Verfassen der nachfolgenden Zeilen standen mir in dankenswerter Weise auch Fachwissenschaftler mit Rat und Hilfe zur Seite. So gilt mein Dank in erster Linie Herrn Prof. Dr. G. Strübel (Universität Gießen) für die Anregung zum Schreiben dieses Aufsatzes, ferner für die vielen Hilfen bei der Untersuchung und Interpretation der einzelnen Proben. Den Herren Prof. Dr. H-D. Meischner und Prof. Dr. J. Schneider (Universität Göttingen) danke ich für Hinweise zur Stratigraphie und zu den Fundstellen im Kellerwald. Nicht unerwähnt sollten auch die wertvollen Hilfen bleiben, die mir Herr Prof. Dr. W. Tufar (Universität Marburg) seinerzeit bei der Herstellung und Interpretation der Auflichtproben zukommen ließ. Neben den genannten verdanke ich auch weiteren Personen Tips und Hinweise, und man möge es mir verzeihen, wenn ich eine Namensnennung im einzelnen unterschlage. Die Abbildungen 3-7 und die Dünnschliffbilder 15-18 entstanden im Mineralogischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Auflicht-Aufnahmen 19-21 im Mineralogischen Institut der Philipps-Universität Marburg; der Rest der Aufnahmen stammt vom Verfasser.

EINLEITUNG

Naturräumliche Gliederung

Der Naturraum "Kellerwald" umfaßt einen kleinen, stark bewaldeten Mittelgebirgszug des nordhessischen Berglandes mit einer Fläche von etwa 400 km2. Geologisch zählt er noch zum Hauptmassiv des Rheinischen Schiefergebirges und ragt halbinselartig in die Hessische Senke hinein. Blickt man von der Schwalmniederung gegen Nordwesten, so hebt sich das Gebirge deutlich festungsartig am Horizont ab. Auch gegen die sich nördlich anschließende Tafel der "Waldecker Hochfläche" und den "Burgwald" im Westen bildet der Kellerwald mit einer mittleren Höhe von 400-600m eine selbständige Einheit. Die westliche Naturraumgrenze bildet das Tal der Eder, deren Lauf einer Schwächezone des Schiefergebirges folgt. So hat sich im Norden der Fluß tief in das paläozoische Gebirge eingeschnitten, was auch die Anlage des Ederstausees begünstigte. Naturräumlich läßt sich das Kellerwaldgebirge von Norden nach Süden in vier größere, landschaftlich und geomorphologisch unterschiedliche Einheiten gliedern:

- Der Taltrog der Eder wurde durch den 1914 künstlich angelegten Stausee nachhaltig verändert. Im Süden schließt er an der Rumpf der "Ederberge" an, nördlich leitet er zur Zechstein- und Buntsandstein-Schichtstufenlandschaft der "Waldecker Tafel" über.

- Südlich des Talraumes erheben sich die genannten unbesiedelten Waldrücken der "Ederberge", die mit dem Traddelkopf eine Höhe von 626m erreichen. Sie fallen nach Südosten schroff zur Wese hin ab, während im Westen die Lorfe eine größere Lücke in der sonst geschlossenen Wald-Gebirgslandschaft schafftr.

- Charakteristisch für den "Mittleren Kellerwald" ist das durch Verwerfungen und unterschiedlich harte Gesteine geprägte Relief aus Bergkuppen und Talsenken. Das Gebirge besteht hier überwiegend aus älteren, devonischen Gesteinen. Typisch sind auch die kleinen Rodungsinseln der sog. Walddörfer. Lediglich im Westen bilden die Hochflächen der Frankenauer Flur und um Löhlbach einen größeren Komplex, in dem die landwirtschaftliche Nutzung überwiegt. Der östliche Rand dieses Naturraums wird von z.T. staffelförmigen, gestuften Verwerfungen und Abbrüchen begleitet, die geologisch und klimatisch in den angrenzenden Landschaftsraum der Hessischen Senke überleiten. An den Bruchlinien solcher Randverwerfungen steigen kohlensäurehaltige Mineralquellen auf, die beispielsweise der Stadt Wildungen zu Weltruhm als Kurbad verhalfen.

- Im Gegensatz zu dieser sehr abwechslungsreichen Landschaft des mittleren Kellerwaldes steht der nur wenig gegliederte und vollständig bewaldete Bergrücken des "Hohen Kellerwaldes". Der Kamm dieser mächtigen Quarzit-Bastion, die sich weit in die Hessische Senke hineinschiebt, bilden der Jeust (585m), der Wüstegarten (675m), der Hunsrück (639m) und die jenseits des Urfftales gelegenen Löwensteiner Berge. Die Flanken dieses Kammes werden von blockhaldenreichen Buchenmischwäldern besiedelt. Nach Süden hin fällt der Gebirgsrumpf um gut 400m in die Talniederung der Gilsa ab.

Die Bezeichnung "Kellerwald" leitet sich vermutlich von "Köhlerwald" oder "Kahler Wald" ab und deutet darauf hin, daß das Waldgebiet bereits im Mittelalter durch Holzeinschlag und Bergbau stark in Anspruch genommen worden ist. Insgesamt wird das Landschaftsbild durch ein sehr abwechslungsreiches, kleinteiliges Relief von Tälern und Berghöhen geprägt. Ausgedehnte Laubmischwälder wechseln sich mit schmalen Wiesentälern und einer kleinbäuerlich geprägten Kulturlandschaft ab. Der Kellerwald beherbergt eines der größten, geschlossenen Buchenwaldgebiete Mitteleuropas.

Geologische Übersicht

Das Kellerwaldgebiet liegt an der Grenze zweier großer geologischer Einheiten, dem Rheinischen Schiefergebirge mit seinen paläozoischen Schichten im Westen und der Hessischen Senke mit Ablagerungen des Mesozoikums im Osten: "Der Kellerwald liegt dort, wo der ungegliederte Block des Rheinischen Schiefergebirges sich am meisten dem Thüringer Becken nähert, ein wenig südwärts verschoben und der Ostflanke des Rothaargebirges genähert. Aber er erscheint nicht als Sporn, als eine weit nach Osten vorgeschobene "Nase" des Schiefergebirges, sondern als kleiner, selbständiger Klotz, deutlich abgesetzt, aus verschieden hohen Flachlandgebieten emporragend." (SANDNER 1956)

Betrachtet man die geologische Karte Hessens, so deckt sich das abgegrenzte Gebiet, wie bereits angeführt, auffallend mit der Verbreitung paläozoischer Schichten, während das Umland, abgesehen vom Nordwesten, weitgehend Ablagerungen des Tertiärs oder der Trias (Buntsandstein) aufweist. Aufgrund dessen und unbeschadet vieler anderer geologischer Gemeinsamkeiten muß man den Kellerwald dem Rheinischen Schiefergebirge zuordnen. Dieses relativ kleine Gebiet entstand aus sehr alten Meeresablagerungen, die vor rund 300MioJ durch Bewegungen von Erdkrustenteilen zusammengeschoben und aufgefaltet wurden. Dabei ist zu bedenken, daß das Rheinische Schiefergebirge und damit der Kellerwald nie ein eigentliches "Hochgebirge" gewesen sind, wie aus der Zusammensetzung grobkörniger Schuttablagerungen hervorgeht (HENNINGSEN). Dessen älteste Schichten bildeten sich gegen Ende des Silurs, als aus dem Nord-("Old Red"-) Kontinent und dem Mitteldeutschen Rücken ein schmaler Meerestrog, die sog. "Rheinische Geosynklinale", die sich stetig absenkte, im Laufe von ca. 100 MioJ zugeschüttet wurde. Wir finden diese Sedimente heute als Graptolithenschiefer, Kieselgallenschiefer und Grauwacken, Mächtigkeiten von über 200m (LOTZE 1971) erreichend und an einigen Stellen nördlich und nordöstlich von Gilserberg anstehend. Darüber folgen Schichten des Unterdevons mit der bekannten Erbslochgrauwacke aus dem Bernbachtal und Hercynkalken sowie dem dunklen Odershäuser Kalk, einem wichtigen Leithorizont. Zu dieser Zeit, im Mittel- und Oberdevon, bilden sich im Kellerwaldgebiet Schwellen- und Beckenregionen aus - gleichzeitig wurden mehrere 100m Tonschiefer abgelagert. Seitdem war der Kellerwald wohl ständig Festland. Vulkanische Aktivitäten, die bereits im oberen Mitteldevon einsetzten, führten zur Bildung kleiner Spezialschwellen und zur Ablagerung von Eisenerzen, wie im Bereich der "Haingrube".

In einer schmalen Rinne des "Hohen Kellerwaldes" hatte sich außerdem quarzreiches Material abgelagert, das dann im Zuge der Gebirgsfaltung zu Quarzit ("Kellerwaldquarzit") umgewandelt wurde. Diese nur wenige Kilometer breite, quarzitische Zone setzt sich interessanterweise auf einer Länge von 250km nach Südwesten und Nordosten fort und bildet in Harz und Westerwald ähnliche Gesteine des "Hörre-Acker-Systems". Im Oberdevon selbst werden allgemein Kieselschiefer, Sandsteine, Grauwacken und Tonschiefer in einer Mächtigkeit von über 600m sedimentiert. Zu Beginn des Unterkarbons war die morphologische Gliederung des Ablagerungsraumes weitgehend ausgeglichen. Jetzt wurden schwarze, teilweise pyritreiche Tonschiefer ("Liegende Alaunschiefer"), anschließend Kieselschiefer, abgelagert. Sie bilden heute den Untergrund eines großen Teils der Wildunger Altstadt. Die Kieselsäure dieser Lydite stammt mindestens teilweise aus den Skeletten von Radiolarien (Einzellern), deren Reste in vielen Bänken als kleine Punkte erkennbar sind. Die Tonlagen dazwischen sind zum Teil Tuffite, also im Meer abgelagerte vulkanische Aschen, Zeugen des Vulkanismus jener Zeit. Der Prozeß der variskischen Gebirgsbildung war nämlich von einem recht lebhaften Vulkanismus begleitet, dessen Lavamassen wir heute als Diabase (Paläo- oder Metabasalte) vorliegen haben. Sie sind an zahlreichen Stellen des Kellerwaldes aufgeschlossen, so um Bergfreiheit, Odershausen und Löhlbach. An der Straße Haina-Battenhausen (Gemarkung Kalbergrund) kommt in einem kleinen, auflässigen Steinbruch eine Varietät vor, die sehr an an die Paläopikrite des Dillgebietes erinnert. Von den Diabasen selbst findet man gute Aufschlüsse im Stadtgebiet von Bad Wildungen, so am Bilstein, im ehemaligen Steinbruch am Cafe Waldhaus westlich der Stadt (hier in "pillow"-Ausbildung), an der Straße von Altwildungen nach Reitzenhagen, bei Odershausen an der "Koppe" (bekanntes Profil, heute allerdings nicht mehr gut zugänglich), westlich von Bergfreiheit und anderen Orten. Im Osten taucht das Paläozoikum an mehreren Verwerfungen mit relativ geringer Sprunghöhe unter Buntsandstein und Tertiär der Hessischen Senke unter. HENNINGSEN (1998) hält die hierfür gebräuchliche Bezeichnung "Abbruch" allerdings für unglücklich, da sich die Schichten des Devons und Unterkarbons in höchstens einigen hundert Metern Tiefe bis wahrscheinlich zum Harz hin fortsetzen, wie vereinzelte kleinräumliche Aufbrüche weiter östlich (z.B. Richelsdorfer Gebirge) zeigen.

Diabase und Kulmkieselschiefer

Für die weitere Betrachtung interessieren hier insbesondere die beiden letztgenannten Gesteine, da nur innerhalb der vulkanischen Fazies die Eisenkiesel vorkommen. Während DENCKMANN bei seiner Kellerwald-Kartierung den genannten Diabasen ein oberdevonisches Alter zusprach, werden sie heute eher einer jüngeren Stufe zugeordnet. Nach MEISCHNER und SCHNEIDER (1967) gehören die Effusiva ins Unterkarbon und lediglich die Intrusiva ins Oberdevon). Die Autoren unterscheiden hier also zwischen den Intrusivdiabasen (Lagergänge des Givet/Adorf), die teilweise ungewöhnlich grobkömig vorkommen (Fischbach-Odershausen-Bergfreiheit), und den Effusivdiabasen (Deckenergüssen), die einer gasreichen, wenig viskosen Lava entstammen, die geringmächtig oberflächlich, aber untermeerisch, austrat. Der bereits genannte Pikrit wird meist dem Deckdiabas zugeordnet, kann aber auch selbständige, stockartige Körper geringer Ausdehnung bilden. Alles deutet hier auf einen einheitlichen Magmenkörper hin, aus dem sich Effusiva und Intrusiva absonderten. Unter der Bezeichnung "Kulmkieselschiefer" versteht man eine Folge gut gebankter Lydite, die mit meist geringmächtigen, weichen, tonigen Gesteinen wechsellagern (MEISCHNER 1960). Ausgangsprodukt könnte ein wasserhaltiges Si02-Gel (Opal) gewesen sein, das über Cristobalit in Quarz (Chalcedon) überging. Da Diabase kieselsäureuntersättigt sind, kommen sie als direkte Lieferanten wohl nur teilweise infrage. Dagegen wäre an organisches Ursprungsmaterial zu denken. Der Kieselsäuregehalt des Gesteins liegt allgemein zwischen 80 und 90%. Neben den schwarz gefärbten Lyditen kommen rote und grüne "Adinole" (Kontaktgesteine am Diabas aus Quarz und Albit), dunkel- oder hellgefärbte, rhomboedrisch geklüftete Kieselschiefer und lettig verwitternde Tonschiefer vor. Die Mächtigkeit dieser "Kulmkieselschiefer-Folge" veranschlagt man auf mindestens 40m. An der Basis der Lyditfolge haben sich, nahe den Deckdiabasen, die besonders interessierenden Eisenkiesel entwickelt.

DIE EISENKIESEL DES KELLERWALDES

Was sind Eisenkiesel?

"Eisenkiesel sind durch Eisenoxide oder Mangan verunreinigte, trigonale Quarze von roter, brauner oder gelber Farbe" definiert v. PHILIPSBORN 1967 diese Minerale. DUDA/REJL fassen diese Definition etwas genauer: Das Gestein der Quarzgruppe hat eine Härte zwischen 6 und 7 und zeigt sehr bunte Farbvarietäten. Meist ist es rot, rotbraun oder rotviolett, doch kann es auch gelb, goldbraun bis braun, seltener grau, dunkelgrau bis schwarz werden. Am wirkungsvollsten sind mehrfarbige Steine und solche, die oolithische bzw. sphärolithische Einsprengsel enthalten. Die Farbe hängt vor allem von den Hämatit-, Magnetit- oder Goethiteinsprenglingen (s.u.) ab. Dieser feinkörnige Quarz bis Chalcedon steht hinsichtlich seiner Zusammensetzung einem Jaspis oder Hornstein sehr nahe oder kann sogar in ihn übergehen. Eine Spaltbarkeit fehlt- der Bruch ist muschelig bis uneben. Morphologisch zeigt sich das Gestein in Form feinkristalliner Aggregate oder als Linsen, Knollen oder Blöcke von oft beträchtlichen Ausmaßen. Von Jaspis unterscheiden sich Eisenkiesel durch das Vorherrschen des Quarzes gegenüber dem Chalcedon, was Übergänge, -wie man im Kellerwald häufig beobachten kann-, nicht ausschließt. Die Gesteine treten in vielen Fällen als Begleiter von kieseligen Roteisenerzen auf (z.B. des Dill-Typus, die makroskopisch große Ähnlichkeit mit Eisenkieseln haben können), unterscheiden sich aber von ihnen durch den wesentlich geringeren Erzanteil, so daß die Dichte im allgemeinen zwischen 2,65 und 2,8 liegt. Der Bearbeitung setzt das Gestein aufgrund seiner Härte und Zähigkeit großen Widerstand entgegen. Daneben sollte man aber auch den ähnlichen Hornstein nicht vergessen, nach BRAUNS (1923) "ein dichtes, graues oder gelbliches, undurchsichtiges Gestein, dessen Grundmasse aus Chalcedon besteht." Der Bruch ist splittrig, und die Splitter schimmern wie Horn durch, während unter Jaspis ein derber Chalcedon verstanden wird, dessen Farbe ins Rote (Fe+++), Gelbe oder Grüne (Fe++) bzw. Braune (Mn+++) geht: Der Quarzgehalt kann bis unter 80% sinken: dann machen Eisenoxide, Ton und organische Substanzen den Rest aus. Jaspis ist stets undurchsichtig und zeigt muscheligen bis splittrigen Bruch. Auch Karneol, den man als durchscheinenden Jaspis bezeichnen könnte, gehört in diese Reihe. Eine starke Verwandtschaft besteht, wie oben angemerkt, zwischen kieseligen Roteisenerzen (mit relativ geringem Eisengehalt) und besagten Eisenkieseln, was auch dadurch erhellt wird, daß im Kellerwald ein reger Abbau auf Eisenerz umging, bei dem diese Gesteine sicherlich eine Rolle spielten. Ist der Anteil an Chalcedon höher, so findet man Übergänge zu Jaspis. Viele der nach der Ernte auf den Feldern um Odershausen anzutreffenden Eisenkiesel lassen sich so durchaus als Jaspise bezeichnen. Der Ausdruck "Wildunger Achat", der immer noch durch die Literatur geistert, ist in diesem Zusammenhang jedoch völlig fehl am Platze. Kritisch sei hier auch anzumerken, daß eindeutige Abgrenzungen zwischen den genannten Mineralen bzw. Gesteinen nicht möglich sind, da in der Nomenklatur quantitative Merkmale nicht angesprochen werden. Daher sollte man bei den Bezeichnungen "Eisenkiesel i.e.S.", "hornsteinartiger Eisenkiesel" oder "jaspisartiger Eisenkiesel" bleiben, was im übrigen der Schönheit vieler Stücke (hier drängt sich der Vergleich mit der Bezeichnung "Marmor" im Natursteinhandwerk auf) keinerlei Abbruch tut. SCHAEFFER (1980) fährt in diesem Zusammenhang auch die Bezeichnungen "Eisenjaspis" und "Blutjaspis" an. DUDA/REJL nennen als Hauptvorkommen der im Schmucksteingewerbe (für Kassetten, Sockel, Aschenbecher, Cabochons, aber auch Abdeckplatten für Innenräume) genutzten Eisenkiesel: Brasilien und Indien (mit großen Lagerstätten), Kriwoj Rog/Ukraine, zentrales Kasachstan, Transkaukasien und die Umgebung von Irkutsk. Schön gefärbte Eisenkiesel finden sich auch in der Umgebung von Prag, Beroun und Rakovnik/Tschechien (die Abbildung eines Eisenkiesels von Horovice erinnert sehr an den von Löhlbach!). In Deutschland sind (neben Kellerwald, Harz und Dillgebiet) Warstein und Laisa zu nennen.

Die primären Eisenkiesel-Vorkommen des Kellerwaldes

Bei Betrachtung der geologischen Karten des Kellerwaldgebietes lassen sich zwei ausgedehntere Verbreitungsgebiete von Eisenkieseln feststellen: Einmal ist es das Gebiet zwischen Bad Wildungen und Armsfeld-Bergfreiheit und zum anderen das um Löhlbach mit dem Vorkommen am Pferdsberg. a) Die Gegend zwischen Bad Wildungen und Armsfeld-Bergfreiheit, ein ca. 15km langer und 3-4km breiter Streifen, ist gekennzeichnet durch das Auftreten verschiedener paläozoischer Schichten auf engem Raum, so einer Zone mit Kulmtonschiefern (in die Diabase mit Kieselschiefern und Eisenkieseln eingeschaltet sind). Hier lassen sich die Eisenkiesel anstehend in der Zimmergründe SW Bad Wildungen und zwischen Stahl- und Talquelle NW Odershausen sowie am Salzleckenköpfchen bei Bad Wildungen, nach KULICK auch bei der Wildunger Kirche, einer Bergkuppe nördlich der Wolfschur, den Bergkuppen südlich der Zimmergründe, am Rabenstein, am Bilstein, an einer Klippe 80m westlich des Pfefferstocks, am Dickers-Berg bei Odershausen oder am Auenberg N Armsfeld beobachten. WALDSCHMIDT erwähnt ein Vorkommen "bei der alten Schule" und in der Nähe des "Alten Hofs". Als nördlichstes dieser Vorkommen nennt besagter WALDSCHMIDT den Michelskopf zwischen Buhlen und Hemfurth, wo sich über mannshohe Blöcke an der westlichen Kante des Gipfels finden sollen. Dann folgt ein Kulmkieselschiefer-Zug, der sich von Odershausen bis nach Bergfreiheit hinzieht, und Kellerwald-Quarzit, Wissenbacher Schiefer und Diabas-Züge und -Linsen geringerer Ausdehnung. Die gesamten Schichten wurden vielfach verworfen und streichen SSW-NNO. An der Grenze Kulmkieselschiefer/Diabas finden sich die Eisenkiesel, von denen im Folgenden einige Vorkommen genauer aufgeführt seien: Zimmergründe (Bl. Bad Wildungen, R 06700 H 62750), Stbr. Kl. Leuchte bei Bergfreiheit (Bl. Armsfeld, R 06400 H 56590), westl. Fischbach (Bl. Armsfeld R 05230 H56040), Rotestein NW Bergfreiheit (Bl. Armsfeld, R 06100 H 57400; Blöcke und Gerölle im Wald). b) Das Gebiet um Löhlbach/Haina zeigt im Gegensatz zum vorgenannten nicht diese geologische und stratigraphische Vielfalt. Im Großen und Ganzen handelt es sich um Ablagerungen bzw. Bildungen des Unterkarbons mit Kulmtonschiefern, Kulmkieselschiefern und Diabasen. Die Eisenkiesel finden sich vornehmlich im Gebiet des Pferdsberges nordwestlich Löhlbach. Nach GEISSLER, der das Gebiet 1965 neu im Maßstab 1: 10 000 kartierte, lassen sich hier ganze Eisenkieselzüge verfolgen, die als tektonische Leithorizonte das Vorhandensein zahlreicher Querstörungen verdeutlichen. Die größte Mächtigkeit liegt bei etwa 6m (AHRENDT, 1965). Infolge Hangrutschungen, möglicherweise auch andere Arten des Transports wie Transport im Eis und einfachen Transport durch Bäche und Flüsse, wurden Eisenkiesel, die der Erosion starken Widerstand entgegensetzen, oft weithin verfrachtet. Mitunter kann das Gestein, das in dieser Gegend ebenso falsch als "Löhlbacher Achat" bezeichnet wird, auch klippenbildend auftreten. Auch hier seien zusätzlich die Koordinaten einiger Primärvorkommen angeführt: Klippen am Hang (Bl. Frankenau, R 3497700, H 5658150), Kl. Eulenberg (in Blöcken und Geländewellen), zwei "Eisenkieselfelder" mit Blöcken bis 2,5m Höhe am Hain (Bl. Armsfeld, R 3500200, H 5658330 und R 3500450, H 5658300), südlich der B 253 (Straße Löhlbach-Hundsdorf) an der Alten Koppe, am Kessel- und Schellberg, am Struthrücken, an der Wesekuppe, der "Hohlen Eiche", im Dülfersholz (Bl. Armsfeld, R 3500750, H 5660400/500) und am Kemnatenkopf, sowie als mauerähnliches Riff am Westabhang des Auenberges (WALDSCHMIDT). Auch beiderseits des Weges, der über den Pferdsberg fährt, sind schöne, klippenartige Eisenkiesel ausgewittert, wenn auch meist von nicht ansprechender Färbung. In seiner unnachahmlichen und sicher unfreiwillig komischen Art hat August STRAUB das Vorkommen in der "Nordhessischen Landeskunde" (1970) so beschrieben (S.399): "Wer für Worte Sachen eintauschen will, wandert die blumigen Wiesenpfade entlang zwischen den Höhen hindurch zum Pferdsberg (an der B 253). An seinem Gipfel wächst in 551m Höhe roter Achat in riesigen Blöcken. Die schönsten Bergkristalle liegen herum unter den Tollkirschenbüschen (Atropa belladonna) und beim Roten Fingerhut (Digitalis purpurea). (Diese Pflanzengesellschaft hatte fast 200 Jahre vorher auch schon ULLMANN festgestellt!). Als ich kürzlich wieder einmal dort herumkroch, strichen allerdings schwere Wolkenschleppen den Hangrand hinab, aber sie verzogen sich..."

Sekundäre Vorkommen

Wenn es auch wichtig ist, die primären Vorkommen des Gesteins auszukartieren und in diesem Zusammenhang aufzuführen, so ist es doch für den Sammler ungemein reizvoller, sich den sekundären Lagerstätten zu widmen, da sich hier, besonders nach leichter Beregnung, das Sammelobjekt in seiner ganzen Schönheit darbietet. Auffallend ist zunächst, daß die Eisenkiesel, besonders die bei Odershausen und südlich Löhlbach, kaum kantengerundet sind. Dies läßt auf einen kurzen Transportweg schließen und möglicherweise sogar an einen Transport, in Eis eingeschlossen, denken. Die Stücke liegen u.a. auf den Feldern zwischen Odershausen und Braunau, jedoch nur in bestimmten Horizonten. Auch südlich Löhlbach kommen Eisenkiesel auf den Feldern östlich des Lerchsberges und im Wiesental Richtung Aschkoppe vor. Merkwürdigerweise habe ich auf den Feldern westlich und südwestlich des Ortes, ebenso nördlich des Pferdsberges, nichts gefunden. Als ein sehr begrenztes Vorkommen ließen sich noch die Felder beim Birkenhof (Stbr. Dainrode) anführen. Hier findet man schöne Proben westlich der Waage und des Silos des Steinbruches, sowie auf den Feldern am Hang jenseits der Straße. Was es mit den oft in touristischen Führern genannten Vorkommen bei Hundsdorf auf sich hat, konnte ich bisher noch nicht ermitteln. Dies alles sind, wie angeführt, sekundäre Vorkommen mit sehr kurzen Transportwegen. Das Gestein wurde jedoch -aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit- von den Bächen und Flüssen über weite Entfernungen hin verfrachtet. So finden sich entlang der Wohra (beispielsweise bei Stausebach/Himmelsberg) und besonders in den Kiesgruben zwischen Kirchhain und Niederwald im Ohmtal, Eisenkiesel, zusammen mit Geröllen von Buntsandstein, Quarzit, Quarz, Hornstein und Kieselschiefer, in größerer Menge. Die Stücke sind, wie zu erwarten ist, gut kantengerundet. Die Farbe ist recht hell, und der Herkunftsort dürfte am oder um den Pferdsberg zu suchen sein. Solche Vermutungen sind jedoch nur mit großen Vorbehalten auszusprechen, da das Kellerwaldgebirge bereits stark abgetragen wurde und die Bildungen von Eisenkiesel ebenfalls. Nach der Menge der sekundär vorhandenen Eisenkiesel zu urteilen, müssen die damaligen Primärvorkommen erhebliche Ausmaße gehabt haben. So findet man in fast sämtlichen Kiesgruben entlang von Eder und Fulda Eisenkiesel-Gerölle, femer an der Weser bei Würgassen, Meimbrexen, ja sogar bei Hameln und Rinteln kann man diese Leitgerölle ausmachen. Auffällig ist dabei, daß die Häufigkeit äußerst verschieden ist. So findet man in den Kiesgruben nahe dem Kellerwald (also bei Giflitz oder Ungedanken /Mandern) relativ wenige Eisenkiesel, während sie an der Weser mitunter wesentlich häufiger auftreten. Dies kann eigentlich nur bedeuten, daß der größte Teil, wie oben angedeutet, bereits abgetragen wurde, zumal das Rheinische Schiefergebirge seit dem Devon/Karbon nicht mehr vom Meer überflutet worden ist. Ferner bedeutet es, daß die Eisenkiesel in engbegrenzten Linsen vorkommen und vorgekommen sein müssen, die dann von der Erosion immer wieder angeschnitten wurden. Da sich die Eisenkiesel, wie aus den Kiesgruben an der Weser bekannt ist, sämtlich flächig in relativ geringer Tiefe befinden, muß die Haupt-Abtragungsrate jedoch, trotz weiter Sedimentationswege, geologisch gesehen vor relativ kurzer Zeit erfolgt sein.

Petrographische Beschreibung der Kellerwald-Eisenkiesel

Bei den Eisenkieseln des Fundgebietes handelt es sich um hell- bis dunkelrote, bräunliche oder schwärzliche, seltener grünliche Gesteine, die meist von Quarzadern netzartig durchtrümert sind. Im allgemeinen erscheinen sie kompakt, enthalten jedoch viele Risse (manchmal sogar mehrere Generationen), die nachträglich verheilt sind, so daß sie die Härte und Zähigkeit des Gesamtsteins nicht beeinträchtigen. Bei den breiteren handelt es sich offenbar um Schrumpfungsrisse eines Si02-Gels (verheilte Zerrklüfte), während die feineren auf spätere (variskische) tektonische Beanspruchung zurückgeführt werden können (inwieweit auch tektonische Prozesse während der tertiäre Faltungsphase hineinspielen, sei dahingestellt). Diese zweite Generation bilaterial-symmetrischer Klüfte fährt, nach den Ergebnissen der Neukartierung des zentralen Kellerwaldes zu urteilen, Nebengemengeteile in Form metamorpher Neubildungen wie Kalifeldspat, Hydrogrossular, Chlorit und Epidot (z.T. Cereich). Letzteres Mineral dürfte in einem aufgesammelten Stück sogar eine Moosachat-ähnliche Struktur in Form grünlicher Aggregate hervorgerufen haben. Die Quarz-, manchmal auch Chalcedongänge (ausgefüllte Risse) neigen oft zu Drusen- und Mandelbildungen, wo (ähnlich wie in den Achaten) mehrere Quarzgenerationen bereits makroskopisch deutlich zu erkennen sind. Ihre zeitliche und räumliche Folge sei durch die folgende Schemazeichnung verdeutlicht: ABBILDUNG 2 DARSTELLUNG DER VERSCHIEDENENEN QUARZGENERATIONEN IN DEN RISSEN 1 = Quarz-Hämatit-Grundmasse 2 = dunkelgrau-bräunliches Band von kryptokristallinem Quarz 3 = gelblichgraue Lage aus Chalcedon 4 = sehr helles, kristallines Quiarzband 5 = dunkler erscheinende, gut auskristallisierte Quarz-Füllung Zwar ist so etwas nicht die Regel, doch wird der Quarz an der Grenze zur roten Matrix in jedem Falle feinkristalliner und dunkler. Diese massigen, richtungslosen Gefüge lassen sich mikroskopisch in konzerntrische Aggregate aus alternierenden Lagen von Quarz und Hämatit auflösen. Typisch für diese derben Partien sind bis zu einem cm mächtige, bogenförmige Schrumpfungsrisse, die unterschiedlich orientiert sein können. Schichtparallele, konkav nach oben gewölbte Risse, die möglicherweise ein frühes Dehydrationsstadium repräsentieren, finden sich in lang aushaltenden Eisenkieselzügen und -lagern. In Linsen sind dagegen eher radiale, aber auch konzentrische Schrumpfungsrisse anzutreffen, die netzartig verbunden sein können und so eine Brecciierung vortäuschen. Es kommen jedoch auch (besonders auf einem Feld südwestlich von Odershausen) hornsteinartige, intensiv weinrot gefärbte Stücke vor, deren Hohlraumfüllungen komplett aus Chalcedon bestehen, der oberflächlich eine bläuliche Farbe aufweisen kann. Vereinzelt erscheinen in der Matrix auch bläulich-weiße, ovale bis unregelmäßig geformte Einsprenglinge aus Quarz. Diese (Quarz-Hämatit-Gemisch) zeigt in den meisten Fällen keine einheitliche Farbe, sondern reicht vom tiefsten Hellrot bis zum Schwarz, wobei die schwarzen, punkt- bis büschelförmigen Partien deutlichen Metallglanz aufweisen. Hierbei handelt es sich um Anreicherungen von Hämatit, während die Rotfärbung durch feindispers verteilte Hämatitschüppchen hervorgerufen wird. In der Matrix sind auch flächenförmige und gekräuselte Strukturen zu erkennen, die sich farblich von den verschiedenen Rottönen absetzen. Lokal sind in größeren Eisenkiesellinsen geschichtete Partien zu beobachten, die durch einen Lagenbau idiomorpher bis hypidiomorpher Quarzkristalle (<= 1mm, oft faseriger Intembau) in einer feinstkörnigen Quarz-Hämatit-Grundmasse verursacht sind. Dieses lagige Gefüge entspricht keiner sedimentären Schichtung, sondern es ist als Rekristallisation eines oxidischen Fe/Si-Gels zu interpretieren, in dem sich dann Schrumpfungsrisse parallel zum Lagenbau ergaben. Der Hämatitgehalt der Eisenkiesel liegt nach KOCKEL (1958) zwischen 4 und 8%. Eigene Untersuchungen ergaben Werte, die in wenigen Fällen deutlich höher, meistens jedoch knapp unter oder um etwa 4% lagen. Die Dichtewerte bewegen sich um ca. 2,6. Wenn in früheren Zeiten sicherlich auch Eisenkiesel zur Metallgewinnung herangezogen worden sein dürften, so läßt sich das Gestein doch keinesfalls als eigentliches "Hämatiterz" ansprechen, da der Fe-Gehalt kieseliger Roteisenerze die obigen Werte um ein Mehrfaches übersteigt. Die Eisenkiesel aus dem Ohmtal (Kirchhain) weisen im allgemeinen, ähnlich wie auch die entsprechenden Gesteine bei Löhlbach, ein recht helles Rot auf Sie sind stark kantengerundet und von vielen, tektonisch bedingten Rissen durchzogen. Sie enthalten, wie auch die Gesteine aus der Löhlbacher Gegend, hauptsächlich Quarz. Die Eisenkiesel aus der Umgebung von Odershausen sind dagegen kaum kantengerundet und zeigen seltener Rißbildungen. Ihre Farbe ist recht variabel - sie reicht vom hellen Rot zu einem Weinrot bei den hornsteinartigen Stücken und kann ins Braune und Schwarze übergehen. Oft zeigen sich Nester von Hämatit. Das Primärvorkommen in der Zimmergründe bei Bad Wildungen zeichnet sich durch eine hell-bis rostrote Färbung aus. Hämatit durchzieht hier vielfach bandartig ganze Partien, so daß die Erzanreicherungen an manchen Stellen beträchtlich sein können (bis über 25%). Das Material ist etwas poröser als das der anderen Fundorte. Stücke, die völlig frei von Quarzadern oder -einsprenglingen sind, wurden hier nicht gefunden. Eine eigenartige -wenn auch mitunter außerordentlich schöne- Ausbildung zeigen manche der Gesteinsproben, die auf den Feldern zwischen Odershausen und Braunau aufgesammelt werden konnten. Sie kommen im Verhältnis zu den "normalen" Eisenkieseln relativ selten vor und zeigen rundliche bis ovale, helle Sphärolithe, die häufig bänderartig angeordnet sind. Ihre Größe variiert meist schon im Handstück: sie bewegt sich aber doch immer nur um einige mm bis höchstens zu einem cm und ist im allgemeinen engbegrenzt, manchmal aber auch strahlen- oder sternförmig auslaufend, so als ginge von einem Kristallisationszentrum strahlen- oder sternförmig eine fortgesetzte Kristallisation aus. An Stücken mit solchen Einschlüssen läßt sich auch eine eigenartige "Pflasterstein"-Struktur der Matrix ausmachen, die die Sphärolithe umgibt.

 

Ergebnisse mikroskopischer Untersuchungen an Eisenkieseln

Untersuchungen der Eisenkiesel im Durchlicht (Dünnschliffe) ergaben folgendes: Der Quarz ist selten in größeren, idiomorphen Einzelkristallen ausgebildet, sondern meist, xenomorph-mikrokristallin-körnig struiert. Überwiegend findet er sich in Form eines Quarz-Hämatit-Gemisches mit feindispers verteiltem Hämatit. Die Rotfärbung des gesamten Gesteins kann auf diese Erscheinungsform der Grundmasse zurückgeführt werden (Pigment-Färbung). Chalcedon findet sich als faseriges Aggregat in den Schrumpfungsrissen, manchmal in erheblicher Menge, so daß er gegenüber dem freien Quarz überwiegt. In der Grundmasse selbst ist er nicht nachzuweisen. Sehr interessant ist die Rißfüllung der Eisenkiesel. U.d.M. erkennt man breitere bis schmälere Risse, die mit zeitlich unterschiedlich aufeinanderfolgenden Quarzgenerationen ausgefüllt wurden, wie bereits in der Skizze angedeutet. Eingehender verdeutlicht das Dünnschliffbild (Abb. 15) einer Hohlraumfüllung die Situation: Oben rechts erkennt man die Quarz-Hämatit-Grundmasse (rötlich durchscheinend), weiter innen eine mittelkörnige Quarz-Grenzschicht, die in Chalcedon übergeht. An der äußeren Grenze zeigt der Chalcedon eine rhythmische Bänderung; innen ist er parallelfaserig ausgebildet (Quarzin). Der Innenraum ist mit großen Quarzkristallen ausgefüllt; deren Größe mitunter 1mm erreichen kann. Wieder andere Risse wurden gänzlich von Chalcedon ausgefüllt. An der Grenze dieser Rißfüllungen erkennt man einen schmalen, gelblich gefärbten, feinkörnigen Saum, dessen Zusammensetzung so nicht zu erkennen ist. Mitunter kann man auch radialstrahlige, sphärolithische Strukturen sehen, so wie sie auch makroskopisch an den vorher genannten Stücken zu sehen sind. Hier liegt innen kryptokristalliner Quarz (Chalcedon), der von Hämatitsäumen konzentrisch umgeben ist. Sehr feine Risse, die sich in fast allen untersuchten Proben fanden, zeigen keine nachträgliche Mineralisation und sind wohl, wie bereits angeführt, auf nachträgliche tektonische Beanspruchung während der tertiären Faltungsphase zu deuten. Sie beeinträchtigen jedoch erstaunlicherweise die Festigkeit des Gesteins kaum. Die ausgefüllten Risse könnten sowohl als Schrumpfungsrisse wie auch ausgefüllte Zerrklüfte anzusprechen sein. Zusammenfassend kann man aus den Beobachtungen folgende Generationen von Quarz unterscheiden: 1. den Quarz, der Hämatit in Lamellen oder Tafeln enthält. Er stellt die älteste Generation; 2. den Quarz in den Rissen, der jünger als der vorgenannte ist und die Hohlräume ausgefüllt hat; 3. ein anderer Teil des Quarzes in den Rissen dürfte teilweise zur ersten, teilweise zur zweiten Generation gerechnet werden. Es handelt sich hier um Chalcedon. Dieser füllt die Risse ringsum aus, während in der Mitte größere Quarzkristalle vorliegen. Betrachtet man die opaken Komponenten, also hauptsächlich Erzminerale wie Magnetit und Hämatit, im Auflicht (Anschliffe) (die Proben müssen dabei völlig eben und kratzerfrei sein), so findet man einige Überraschungen. Wie zu erwartem war, tritt Hämatit in deutlich idiomorphen, nach (0001) ausgebildeten Kristallen auf, die an vielen Stellen zu büschelförmigen Aggregaten angereichert sind. Diese Stellen erscheinen auch makroskopisch als Gängchen. Vielfach lassen sich auch größere, idiomorphe, trigonale Kristalle als Einzelkristalle, in einer Quarz-Grundmasse "schwimmend", beobachten. Dies ist allerdings nicht die einzige Erscheinungsform des Hämatits: die Skala reicht von idiomorphen Kristallen über Zusammenballungen sehr feiner Nadeln (in Wirklichkeit sind es Täfelchen, die nach (111) angeschnitten wurden) bis hin zu unregelmäßig begrenzten Gebilden und körnchenförmig-dispers verteiltem Hämatit in der Grundmasse. Dieses Erzmineral läßt sich stets recht gut an seiner hellen, fast weißen Färbung erkennen. In vielen Hämatitkristallen -und das war die eigentliche Überraschung- finden sich mittelgraue Einsprenglinge, die stellenweise fast den gesamten Raum der Hämatitkristalle einnehmen, stellenweise auch mehr randlich orientiert sind. Diese Einsprenglinge lassen sich als Magnetit identifizieren, der kubisch kristallisiert. Wir haben es hierbei mit einer interessanten Pseudomorphose zu tun, die von einigen Autoren als "Muschketoffit"- bzw. "Martit"-Effekt bezeichnet wird (RAMDOHR 1960, TUFAR 1966). Während TUFAR unter dem Begriff "Muschketoffit" eine Verdrängung von Eisenglanz durch Magnetit versteht, kennzeichnet RAMDOHR die Verdrängung von Magnetit durch Eisenglanz also den umgekehrten Vorgang - als "Martit" und den Ablauf als "Martitisierung". Beide Effekte lassen sich, wie bereits angedeutet, an Proben der Kellerwald-Eisenkiesel gut beobachten. So läßt sich in Abb. 20 die Verdrängung von Hämatit durch Magnetit ("Muschketoffit"-Effekt) deutlich erkennen: Der große, idiomorphe Hämatitkristall in der Bildmitte wurde bereits teilweise von Magnetit ausgefüllt, der sich, wie an den randlichen Gängchen zu sehen ist, in den Eisenglanz hineingedrängt hat. Ein Beispiel für die "Martitisierung" vermittelt Abb 21. In der großen Eisenglanz-Masse finden sich, randlich orientiert, Magnetitbildungen, die teilweise durch Eisenglanz verdrängt wurden. Diese Verdrängung erkennt man vor allem im unteren Teil der Partie, wo der Magnetit vom Eisenglanz durchsetzt wird, kenntlich an den feinen, hellen Gängchen. Die Umwandlung von Magnetit in Eisenglanz erfolgt nach RAMDOHR unter experimentellen Bedingungen bei recht hohen Temperaturen. Dagegen muß sie sich in den meisten Lagerstätten bei vergleichsweise wesentlich niedrigerer Temperatur abgespielt haben. Die Martitisierung wäre daher als "Nachhall" der erzbildenden Tätigkeit bei sinkender Temperatur anzusehen ("aszendent"). Durch aszendente Lösungen kommt es zur Martitisierung des älteren Magnetits, also zur Verdrängung von Magnetit durch Eisenglanz. Da in den untersuchten Eisenkiesel-Proben lediglich idiomorphe Eisenglanz-Kristalle vorlagen, scheint sich Eisenglanz nicht gleichzeitig neben Magnetit gebildet zu haben. Demnach muß die Bildung in mehreren Phasen erfolgt sein, was auch damit übereinstimmen könnte, daß man von einer diskontinuierlichen Diabas-Förderung ausgeht. (Man denke hierbei an die Intrusiv- und Effusivgesteine). Die zeitliche Reihenfolge ist also: Älterer Eisenglanz-Magnetit-jüngerer Eisenglanz.

Gedanken zur Genese

In den Erläuterungen zur geologischen Karte (1:25 000) Bl. Wildungen führt KULICK (1973), (S. 84) u.a. aus, daß die Entwicklung des Gesteins fast vollkommen dem der Dillmulde (Bl. Dillenburg) entspricht. Dies hatte bereits SCHNEIDERHÖHN (1941), die die Kellerwald-Eisenkiesel und -erze zu den "submarin-exhalativ-sedimentären Lagenstätten" vom Lahn-Dill-Typus rechnet, ausgeführt, während HUMMEL (1922) die Lagerstätten als rein sedimentäre Bildungen deutete, die aus Verwitterungslösungen hervorgegangen seien. Dazu verwendet er die Bezeichnung "Halmyrolyse" = submarine Gesteinszersetzung. Diese Theorie einer rein sedimentären Bildung muß jedoch, im Licht neuerer Erkenntnisse, fallengelassen werden. Eisenkiesel (Jaspise) sind im gesamten rechtsrheinischen Schiefergebirge an das Vorkommen von Diabasen (Metabasalten) gebunden (vgl. Lerbach/Harz, Löhlbach/Kellerwald Laisa/Burgwald, Dillenburg u.a.0.). Daß diese Vulkanite untermeerisch ausgeflossen sind, zeigt sich u.a. in Form von ausgedehnten Pillowbildungen. Sehr schön läßt sich diese Struktur beim Café Waldhaus am westlichen Ortsausgang von Bad Wildungen beobachten. Daher muß deren Entstehung auch in engem Zusammenhang mit ihnen gesehen werden. Vieles hat die Vorstellung der Plattentektonik in Bezug auf ihre Genese verständlicher gemacht. So könnte man sie in einen engen Zusammenhang mit mittelozeanischen Rücken (auch ein Inselbogen-Vulkanismus wäre nicht auszuschließen) bringen, und den Entstehungsort in relativ geringe Meerestiefe verlagern. Infolge des submarinen Vulkanismus' kam es (nach HEIN, 1998) zum Aufbau hydrothermaler Konvektionszellen, in denen Meerwasser in die Basaltlaven gesogen und dabei aufgeheizt wurde. Hierdurch reicherten sich die vorhandenen Lösungen mit Mineralen an; sie lösten Kieselsäure, Eisen und Mangan aus den Basalten und transportierten sie, als Kompaktionsstrom des Porenwassers, in oberflächennahe Bereiche, wo sie infolge der Abkühlung am Meeresboden ausgefällt wurden, insbesondere als sulfid- und OH-reiche (Kristallwasser-) Gele. Dieses Modell einer sog. "exhalativ-sedimentären" Mineralbildung, verbunden mit "Spilitisierungsvorgängen" an basaltischen Vulkaniten (Alteration) wird neuerdings favorisiert und konnte auch durch Untersuchungen an Flüssigkeitseinschlüssen von Quarzen bestätigt werden (HEIN, 1993). Dabei enthält die erste Generation von Poren noch einen Salzgehalt von 8,5% NaCl, der sich dann aber, mit der Zeit, kontinuierlich verringert. Ähnliche Verhältnisse findet man auch an rezenten Hydrothermalsystemen, so u.a. mitten im Roten Meer. Man sollte allerdings vorsichtig sein, dabei an die rezent aus der Tiefsee bekanntgeworden "black smokers" zu denken, denn bei den Schwarzen Rauchern bestehen die ausgeschiedenen Minerale weitgehend aus Sulfiden, die von Hydrotherrnen mit erheblich höheren Temperaturen abgesetzt werden. Auch sind (nach LIPPERT/FLICK), die paläozoischen Vulkangebäude im Rhenohercynikum zu klein für reine Meerwasser-Konvektionszellen und eine entsprechende Behinderung durch Sediment- und Aschentuffeinschaltungen ist nicht auszuschließen. Zusätzlich führen die Quarze Methan, das dort thermisch freigesetzt wurde, wo die hydrothermale Konvektion auch die unterlagernden Sedimente, z.B. Ton- oder Schwarzschiefer mit bituminösem Material, erreichte. Nach HEIN (1994) homogenisieren die Fluid-Einschlüsse (CH4) zwischen 125 und 1850C in die flüssige Phase, während dies bei NaC1 zwischen 180 und 3000C der Fall ist. Entsprechend kam auch WEDEPOHL (1988) nach Sauerstoffisotopendaten auf eine Temperaturobergrenze von 1500C für die Vererzung in der Dillmulde (was man durchaus auch auf die Verhältnisse im Kellerwald übertragen kann). Nach SCHNEIDERHÖHN (1941) sind die Roteisenerze über dem Deckdiabas an dessen oberste, schaumig-poröse Stromoberfläche gebunden. Gleiches gilt auch für die Eisenkiesel, die um die ehemaligen Förderzentren liegen und dort Mächtigkeiten von durchschnittlich 2-3, maximal 15m erreichen. Dabei sollte ein Teil der Kieselsäure schon in reinern Zustand in die oberdevonischen Kieselschieferlinsen sedimentiert worden sein, während ein anderer Teil offenbar länger in Lösung blieb. Mit der Eruption der Deckdiabas-Laven sei auch viel freie Kieselsäure ins Meer gelangt und habe sich erst später, im Kulm, als eigentlicher Kieselschiefer (oder Eisenkiesel) abgesetzt. Diese Vorstellungen konnten, wie bereits angeführt, in neuerer Zeit präzisiert werden. So stellte man mitten im Roten Meer -wie auch auf dem Mittelatlantischen Rücken- einen Wärmeaufbruch aus dem Erdinneren fest, an dem heiße Lösungen austraten. Bei Berührung mit dem Meerwasser wurden zunächst Eisen-, später auch andere Metallverbindungen und anschließend Kieselgele ausgefällt. Die physikalischen Bildungsbedingungen veranschlagen HEIN u.a., die entsprechende salinare Flüssigkeitseinschlüsse in Eisenkieseln feststellen konnten, auf 1700C und 400 bar, die erst in größerer Versenkungstiefe erreicht werden. So oder ähnlich könnte man sich durchaus auch das Geschehen im prävariskischen Kellerwaldgebiet vorstellen. SCHAEFFER (1980) geht hinsichtlich der Eisenkiesel von Laisa -ein Vorkommen westlich des Kellerwaldes- von einer primär gelartig ausgefallenen Opal-Chalcedon-Grundmasse aus, die diagenetisch unter Kornvergröberung zu Quarz "alterte", die ursprünglichen Gelpartikel aber nachzeichnet. Hämatitkörner waren in den Zwickelräumen oder als "Keime" vorhanden und wuchsen durch Sammelkristallisation. Es sollte sich also um eine "vulkanogen-sedimentäre" Bildung aus sauren Restlösungen des unterkarbonischen Deckdiabas-Magmas handeln, die während relativer vulkanischer Ruhe entstanden. Nach HEIN (1998) beobachtet man ähnliche Bedingungen auch an rezenten, marinen Hydrothermalsystemen (s.vor). Die Bildung der Reaktionsprodukte Fe203 und Si02 könnte (nach SCHNEIDERHÖHN) folgendermaßen erfolgen: (1) 2 FeC13 + 3 H20 => Fe203 + 6 HCl (2) SiC14 + 2 H20 => Si02 + 4 HCl Kieselsäureanhydrid (Quarz), Eisenoxid (Hämatit) und freie Salzsäure (wie auch heute als Bestandteil vulkanischer Gase zu beobachten), wurden also beim Austritt vulkanischer Exhalationen ins Meer in einem reduzierenden Milieu mobilisiert. Als Folge der raschen Abkühlung, verbunden mit einer Änderung der Milieubedingungen in Richtung eines oxidierenden Milieus, fielen Quarz und Eisenoxid hochdispers-kolloid aus. Durch die Entwässerung beim Auskristallisieren schrumpften die Kolloide: es entstanden Risse, die in einer nachfolgenden Phase emeut ausgefüllt wurden. Nach CISSARZ (1924) wurde der Quarz fest, ehe alles Eisenoxid zu Eisenglanz (Hämatit) kristallisieren konnte. Die so begonnene Entmischung zu gröber kristallisiertem Eisenglanz wurde von der starken Abkühlung "überholt", so daß der Rest des Gels als Dispersion ausgefällt wurde. LIPPERT/FLICK (1998) sind der Meinung, daß die Verluste an Eisen und Kieselsäure im basaltischen Ausgangsmaterial bei den Alterationsvorgängen durchaus ausgereicht haben, um die in den Lagerstätten (z.B. Lahn/Dill-Gebiet) vorliegenden Mengen an Eisen zu erklären. Die Bildungstemperatur dürfte (wie auch die Untersuchungen von HEIN nahelegen) nicht allzu hoch zu veranschlagen sein, da wir Chalcedon finden. Sie müßte sich dann rasch erniedrigt haben (wobei sich auch Magnetit in Hämatit umwandelte = Martitisierung), denn die Gelstrukturen sind erhalten geblieben. Dies läßt sich an den Drusen einiger Handstücken recht gut beobachten, wo wir Oberflächen von Füllungen ähnlich denen bei Achatdrusen sehen können. SCHNEIDERHÖHN nimmt als Bildungstemperatur etwa bis 5000C an, da sich bei noch höheren Temperaturen statt Hämatit durch Reduktion (möglicherweise unter Anwesenheit von CO) Magnetit bilden sollte. Der von TUFAR so bezeichnete "Muschketoffit"-Effekt wäre dann auf eine kurzzeitige starke Erhöhung der Temperatur zurückzuführen, vielleicht während einer Eruptionsperiode. Die Bildung der eigentlichen Eisenkiesel müßte dann zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt sein, als die Lösungen an Eisen verarmten. Da diese "Hydrothermen" intermittierend flossen, ist so ein lagenweiser Wechsel von eisenreicheren und -ärmeren Partien zu beobachten. Für eine exhalativ-sedimentäre Mineralbildung sprechen auch die bereits angeführten (HEIN u.a., 1994) Flüssigkeitseinschlüsse (8,5% NaCl) im Quarz der Schrumpfungsrisse. Der Ordnung halber sei noch eine Arbeitshypothese QUADEs (1963) angefügt: Er entwickelt einen weiteren Ansatz zum Verständnis der Genese. Danach erfolgt die Zufuhr der Erzlösungen ebenfalls in der Spätphase einer magmatischen Tätigkeit, die mit einer relativ kurzen, aber ertragreichen Tuffperiode begann und mit Lava-Effusionen und -Intrusionen allmählich in ein ruhigeres Stadium überging. Von Hydrothermen wurde mehr Eisen gefördert als in den silikatischen, sulfidischen und carbonatischen Eisenmineralen festgelegt werden konnte. Da diese sich in einem sauerstoffarmen Sedimentationsmilieu ablagerten, bildete sich aus den überschüssigen Fe-Solen nicht Hämatit, sondern Magnetit, der die übrigen Kristallisate verdrängte. Die Magnetit-Bildung scheint in einem Stadium erfolgt zu sein, in dem bereits erste Ansätze einer Hämatit-Kristallisation bestanden -vermutlich also während der Diagenese. Diese Folgerungen stehen mit den Beobachtungen der Pseudomorphosen von Magnetit nach Hämatit ("Muschketoffit") in Einklang, was sicherlich widerspruchsfreier in die Überlegungen zur Genese paßt als die im vorigen angeführte "kurzzeitige Temperaturerhöhung". Der Prozeß der Martitisierung verliefe dann zu einem relativ späten Zeitpunkt, und zwar oberflächlich. Schließlich sei auch noch eine Hypothese TRÖGERs (1967) angerissen, der die Eisenerzbildung experimentell anging: Danach erfolgt die Oxidation des Magnetits zu Hämatit bei Erwärmung unter Luftzutritt ("Martitisierung"); der Prozeß verläuft aber auch in erstarrenden Magmatiten und besonders bei progressiver Metamorphose der Gesteine, was jedoch für den Kellerwald nicht unbedingt typisch sein dürfte. Das chemische Gleichgewicht 3 Fe203 <=> 2 Fe304 + 1/2 02 wird in den Gesteinen vorwiegend vom Redoxpotential gesteuert: so erniedrigen Crack-Produkte von Bitumina (HEIN u.a. wiesen u.a. bis 1,12 Mol% CH4 nach) des Kluftgesteins (Kieselschiefer) das Oxidationspotential im Sedimentationsraum, was die Umwandlung von Hämatit zu Magnetit beschleunigt (vgl. auch OELSNER 1961). Es waren wohl ähnliche Bedingungen, die in der Lava des Bühl-Basaltes bei Weimar/Kassel zur Bildung von Magnetit und sogar reinem Eisen führten. Das Potential verschiebt sich bei höheren Temperaturen zugunsten des Magnetits, was in Effusivgesteinen gut zu sehen ist. Postmagmatisch kann sich ein fein verteilter Hämatit als rotes Pigment an der Stromoberfläche von Laven (Diabas) oder als Oxidationsprodukt an der Luft bei hohen Temperaturen bilden ("Erhitzungs-Martit" nach RAMDOHR 1960).

 

 

Die wirtschaftliche Bedeutung der Eisenerze und Eisenkiesel des Kellerwaldes

Der Eisenerzbergbau im Gebiet des Kellerwaldes geht bis ins 13. Jhdt. zurück. WICK (1910) erwähnt die Eisenhütten von Dodenhausen, Fischbach, Armsfeld und Rommershausen (Schönstein), die samt und sonders zum Besitz des Klosters Haina gehörten und ihre höchsten Produktionsziffern am Ende des 16. Jhdts. erreichten. Verhüttet wurden die im zentralen Kellerwald abgebauten paläozoischen Roteisenerze, zusammen mit den Bohnerzen aus der Gegend von Homberg/Efze. Von der Mischung der beiden Komponenten versprach man sich eine bessere und gleichbleibendere Qualität des Gußeisens. Haupterzeugnisse der Hütten waren neben eisernen Öfen vor allem Töpfe, Kugeln, Roste, Platten und Radwellen - sogar eiserne Glocken und Kanonen sollen gegossen worden sein. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ließ die Bedeutung des hiesigen Bergbaus stark nach und kam am Ende des 19. Jhdts. ganz zum Erliegen. Auf die von HUMMEL (1924) beschriebenen Abbaue auf Mangan/Eisen-Erze bei Schiffelborn und Reptich kann in diesem Zusammenhang nicht eingegangen werden, da die Bildung dieser Erze zu einer späteren Zeit erfolgte (Zechstein) und sie somit auch nicht dem "Lahn-Dill-Typus" angehören. Ob Eisenkiesel bei der Verhüttung der Eisenerze eine größere Bedeutung erlangten - beispielsweise als Zuschläge - ist nicht belegt. DENCKMANN (1901) fährt an, daß in der Nähe von Bergfreiheit Eisenkieselvorkommen "durch einen alten Bergbau im Mittelalter abgebaut wurden, da in ihnen hier zuweilen reichere Mittel von Kupferkies aufsetzten". Größere Bedeutung erlangte der Eisenkiesel zweifellos in der Schmucksteinindustrie und -manufaktur. Darauf soll im folgenden eingegangen werden.

EISENKIESEL ALS ROHSTEINE IM KUNSTGEWERBE FRÜHERER JAHRHUNDERTE

Die hessischen Landgrafen hatten wohl schon früh darüber Nachricht erhalten, daß in ihrem Herrschaftsbereich Schmucksteine wie Amethyste, Achate, Jaspise und verkieselte Porphyre mit den entsprechenden Einschlüssen und eben auch die Eisenkiesel gefunden worden waren, zumal die Bevölkerung auch heute noch solche Steine für Vorgärten verwendet. Dem Trend der Zeit des Merkantilismus folgend, wollte man um jeden Preis eigene Rohstoffe nutzen, um dann Fertigwaren ausführen zu können. Hierbei tat sich besonders der rührige Landgraf Carl (1670/77-1730) hervor. So hatte er Kundschafter ausgesandt, um besonders die Vorkommen im Kellerwald (im Bereich des Klosters Haina) und um Schmalkalden (hier handelte es sich wohl um die -heute selten gewordenen- Drusenfüllungen mit Achat und Jaspis im Schneekopf-Porphyr) zu untersuchen. Vielleicht stützte er sich dabei auch auf die Mitteilungen seines Gewährsmannes WALDIN, der aus dem Thüringer Wald "Porphyrkugeln mit schönen Quarzkristallen und Chalcedon vom "Hirschberge neben Alsbach gegen Morgen" anfährt. Bei WOLFART ist von einem "Dorffe Holeborn gleich bey Schmalkalden" die Rede, wo man "gantz weissen Jaspis fand". Merkwürdigerweise wird in diesem Zusammenhang auch "Schaumburg um Rintelen" genannt, wo man einen "recht hellen, durchsichtigen Achat an Kugeln, als wie ein Huehner Ey, einer Faust dick" fand mit "gruener Haut, wie ein Achat sonst haben mus, ist aber etwas dunckel, welcher aber tieffer in der Erden wohl heller und schoener fallen dörffe." Es könnte sich hier um die Bergkristalle des Extertales (sog. "Schaumburger Diamanten") oder auch um Eisenkiesel der dortigen Kiesgruben handeln. Mit dem Vorkommen "Trendelburg" sind wohl die spärlichen Karneolgerölle der Diemel aus der Marsberger Gegend gemeint. Aus dem Jahre 1720 existieren zwei Schriftstücke über Schürfversuche bei Löhlbach (Hess. Staatsarchiv Marburg). Karl rechnet hier mit einigen Bergleuten ab, die offenbar "am Bächlein Löhlbach bey Löhlbach" einen Schacht von 4 Lachter (28 Schuh) abgeteuft haben. Dieser muß jedoch kurz darauf vollgelaufen sein, so daß die Arbeit "auf Ihro Gnädigste Verordnung" wieder eingestellt wurde. Schatullmeister Gundelach zahlte dafür (Rechnungen vom 13.-26. 10. 1720 und vom 28. 10.-14.1l. 1720) den Hauern Emmanuel Seibell und Adam Scheffell sowie dem "Hespeler" Johannes Achenbach jeweils für 11 Schichten 6 Rtl/24 Alb/4 Pf und für 9 Schichten 5 Rtl/17 Alb. (quittiert vom Bergschreiber Fresenius aus Frankenberg). Ob diese Arbeiten allerdings der künftigen Gewinnung von Eisenerz galten oder der weiteren Förderung von Jaspisen, geht aus den Dokumenten nicht hervor. Alle diese Vorkommen sollten nach dem Willen des Landgrafen ausgebeutet, und die Steine entsprechend bearbeitet werden. Dazu ließ er, wie der reisende Frankfurter Schöffe und Ratsherr v.UFFENBACH von einer Reise durch Nordhessen Ende des 17. Jhdts. berichtet, auch eine Edelsteinschleiferei "im trockenen Graben unter dem Schloßwall" des landgräflichen Schlosses in Kassel errichten. Über deren Aussehen und Anlage sind wir nur spärlich unterrichtet. Es handelte sich offenbar um eine Mühle, mit Schleif-, Polier- und Schneidewerk ausgestattet, die von der vorbeigeleiteten Drusel angetrieben wurde. SCHMINCKE erwähnt 4 "große Schleifmaschinen in einem Zimmer". Alle diese Maschinen wurden von einem Wasserrad mit "25 Schuh Durchmesser" angetrieben. Dazu hatte Karl zum persönlichen Gebrauch eine Drehbank aufstellen lassen, an der er kunstvolle Statuetten und "Bilder" selbst drechselte. Als Prinz hatte der Landgraf nämlich das Drechseln gelernt. Barocke Traktate priesen Gott als "Drechslermeister der Welt", wodurch die landgräfliche Kunstfertigkeit zum fürstlichen Zeitvertreib erhoben wurde. Mit einem Stab von Künstlern sollte die Edelsteinkunst, die in Italien zu hoher Blüte gelangt war, auch in Hessen Eingang finden. So wurden sowohl in Italien als auch in der Idar-Obersteiner Gegend Schleifer angeworben, die man auf höfische Kosten in Florenz ausbilden ließ. Zum Verwalter der Werkstatt wurde ein gewisser Samuel KORSINSKY (oder Korsunski) ernannt, als sog. "Stein-Inspector" der Miniaturmaler und Naturforscher J.C.de la VALETTE (1667-1743). Dazu arbeiteten weitere Kunsthandwerker wie MUGNANI, MOGIA, MALPINI, BUSCH, HOMAJUS und DOBBERMANN (1716-1745), die alle gut besoldet wurden. (HALLO nennt 80 Reichtstaler als Lohn). Der bekannteste dieser Künstler war zweifellos der Edelsteinschneider J.C.LABHARD, der in der Schloßgasse sogar ein eigenes Haus hatte und über 30 Jahre in den Diensten des Landgrafen stand. LABHARD wird 1692 zuerst genannt, zusammen mit dem Achatschleifer Ludwig GEYER, dessen Name auch im Zusammenhang mit der Achatschleiferei in Frankenberg erscheint. Liegt auch die Blütezeit der Edelsteinschleiferei zwischen 1690 und etwa 1750, so müssen doch auch schon vorher heimische Steine geschliffen worden sein, da das Freiheiter Register bereits 1631 einen Steinschneider namens ACKERMANN aus Rotenburg erwähnt, der 110 Reichstlr. Sold erhalten haben soll. Auch wird 1657 von einer Entlohnung an das Kloster Haina f'ür verschiedene "Jaspis-Einfuhren" durch die Kammer berichtet. Zur "Veredlung" der Steine sei noch nachzutragen, daß ein DeBOOT in seinem "Gemmarum...Hanoviae" 1609) deren Bearbeitung im 17. Jhdt. beschreibt. Danach wurden seit mindestens 1600 Marmor, aber auch harte Steine wie Jaspise, auf einer Art Pendelsäge (ähnlich den heutigen Gattersägen) mit einem kupfernen Sägeblatt von "Pupillendicke" unter Verwendung von Wasser und Schmirgelpulver zerschnitten. Das Pulver haftete am Kupfer und zerrieb den Stein. Da es sich hierbei auch zerkleinerte und seine Wirksamkeit einbüßte, mußte es ständig erneuert werden. So wurde der Stein allmählich wie ein Stück Holz zersägt. Es wird wohl diese Technik gewesen sein, die dem Landgrafen "durch fleißiges Nachsinnen" zur Nutzung heimischer Rohstoffe einfiel. Dabei entdeckte er angeblich ein Verfahren, den "harten Jaspis zu bezwingen", was weder "in Holland noch anderswo geglückt war". In diesem Zusammenhang spricht ENGELHARD (1778) merkwürdigerweise davon, daß der Landgraf eine "vor mehr als 1000 Jahren im Flor gewesene und nachgehends fast verloschene Edelstein-Schneidkunst" offenbar wieder reaktivieren wollte (Was damit im einzelnen gemeint war, dafür findet sich leider kein weiterer Hinweis). Sonst ist von der Technik der Kasseler Steinsäge, deren Gründung kurz vor 1680 erfolgt sein muß (eine Schale, von LABHARD mit 1680 signiert, legt dies nahe. Der Regierungsantritt Carls erfolgte übrigens 1677), nicht viel bekannt. Wie mühsam die Arbeit war, beweist die Tatsache, daß zum Durchsägen eines "etwa spann-hohen Steines" ungefähr drei Wochen benötigt wurden (wer solche chalcedonhaltigen Jaspise-Eisenkiesel aus dem Kellerwald einmal bearbeitet hat, kann dies gut nachvollziehen!). Ein Holzschnitt aus dem Jahre 1568 zeigt einen Steinschneider bei der Arbeit: Er sitzt auf einem Schemel vor seinem Arbeitstisch. Mit den Händen drückt er den Stein gegen eine horizontal laufende, mit einem Schneid- oder Bohrkopf bestückte Welle, die er unter dem Tisch mit dem Fuß über eine Transmission antreibt. So oder ähnlich wird auch in Kassel gearbeitet worden sein - nur wurde die Scheibe nicht mehr manuell angetrieben. Nach dem Zerschneiden der Steine erfolgte die Weiterbearbeitung mit einer Säge, an der anstelle des üblichen Sägeblattes "zwei übereinandergedrehte Drähte" angebracht worden waren. Ob man als Schleifmittel Korund (was übrigens bei der Härte der Steine wahrscheinlich ist) oder weicheres Material verwendete, ist nicht bekannt. Möglicherweise verwendete man auch zum Schleifen eine Paste aus Öl und Diamant-oder Korundsplittern. Die Blütezeit der Schleiferei lag in den Anfangsjahren. In wirtschaftlicher Hinsicht dürfte sie sowohl für die Stadt als auch das Umland nur von untergeordneter Bedeutung gewesen sein. Doch sollte man dabei ihren künstlerischen Wert, der seinen Höhepunkt unter LABHARD um 1722 erreichte (als gleichzeitig vier Schleifer arbeiteten), nicht vergessen. Die Herstellung verschiedenster Gegenstände diente vor allem der Befriedigung landesherrlichen Repräsentationsbedürfnisses, denn über einen wirklichen Handel mit diesen Produkten ist nichts bekannt. Die Erzeugnisse (Vasen, Pokale, Figuren, Portraits, Trinkgeschirre, Wappen, Mosaikarbeiten, Gemmen u.a.) entstanden in Kassel auch aus Elfenbein, Bernstein, "Karniol", Smaragd, Onyx, Korallen und Perlmutt, während aus Jaspis wohl nur mehr Dosen, Pokale u.ä. hergestellt wurden. Mit der Bearbeitung des Jaspises beschäftigte sich vor allem LABHARD. Zusammen mit dem Mathematiker und Mechaniker HOMAGIUS vollendete er auch die von GUERRIERO 1704 begonnene Mosaiktafel aus kostbaren Edelsteinen, die dem Andenken des siegreichen Entsatzes der Festung Ehrenfels durch den Landgrafen gegen die Franzosen (1692) gewidmet war und die Umgebung St.Goars mit Schloß Rheinfels darstellt. Diese Tafel ist noch erhalten und muß wohl als ganz große Attraktion des Hofes gegolten haben. Zu den besonderen Stücken, die man im Museum am Friedrichsplatz aufbewahrte, gehörte auch neben Erzeugnissen "aus inländischem Jaspis und Agate" eine "9 Fus hohe Säule" (aus dem genanntem "Agat") und eine Sammlung von Mineralen und Versteinerungen. Durchschlagender und dauernder Erfolg scheint der Schleiferei im Schloßgraben nicht beschieden zu sein, zumindest nicht in Bezug auf heimische Materialen. So errichtete man ab 1693, durch Reskript des Landgrafen, zusätzlich eine herrschaftliche Schleifmühle in Bettenhausen (vor dem Leipziger Tor), wo der Losse-Bach den Betrieb, der auch die Bezeichnung "Achatmühle" führte, antrieb. Später wurde daraus der Name "Agathof". Hier wurden vor allem Achate verschliffen, doch scheint dieser Betrieb nicht mehr allzu lange gearbeitet zu haben, zumal der gesamte Kasseler Steinschnitt weitgehend an das Mäzenatentum Karls gebunden war (Trotzdem existierte die ursprüngliche Schleiferei im Schloßgraben wohl noch um 1782, also lange nach dem Tode des Landgrafen Carl, denn in diesem Jahr bewarb sich in gewisser Joh.Chr.LABHART(II) um den Posten eines Hofsteinschleifers). Eine weitere "Filiale" befand sich seit 1699 in Frankenberg. Nach dem Willen des Landgrafen (vgl. auch PHILIPPI, S. 605 f.) war sie als Nachfolgebetrieb für den "Agathof" in Bettenhausen ausersehen worden, was durch die Nähe der Jaspisvorkommen (bei Löhlbach) durchaus nachvollziehbar ist. Nachdem man 1952 bei Kanalisationsarbeiten in der Nähe des Schwimmbades Fundamente in den Abmessungen 10 x 8m freilegte, konnten sie der dortigen "Achatmühle" zugeordnet werden, zumal auch unterhalb des Bahndammes "Achatsteine, roh und geschliffen", gefunden worden waren. Ihren Zulauf erhielt die Mühle über den sog. "Achatgraben", dessen Lauf zu jener Zeit (1952) als flache Mulde erkennbar war und bei der Neustädter Bleiche von der Eder abgeleitet wurde. Diese "Mühle" stand seit ihrer Gründung unter der Leitung eines gewissen Joh. Ludwig GEYER, der dem Landgrafen, wie aus einer Kabinettsrechnung von 1699/1701 hervorgeht, Trinkgefäße aus "Frankenberger Achat" verkaufte. Dieser GEYER war sowohl Achatschleifer als auch Bürgermeister des Ortes, nachdem er vorher in Marburg als Achatschleifer gearbeitet hatte. In Frankenberg schliff man die Steine, u.a. die Jaspise des Kellerwaldes, die eine gute Politur annahmen, meist zunächst grob zu, während die kunstvolle Weiterbearbeitung wohl in Kassel selbst erfolgte. Dies geht auch aus einer Notiz des Steinschneiders LaVALLETTE (-Lavillette) von 1738 hervor, der, zusammen mit seinem Vater, hier den Achat grob zuschleifen mußte. Somit arbeiteten die Werkstätten in Kassel und Frankenberg Hand in Hand. Nach dem Tode GEYERs (1712) trat die Familie DREHER dessen Nachfolge an. Bekannt sind Joh.Otto DREHER (gest. 1732) und Joh.Jakob DREHER; der 1739 noch gearbeitet haben muß. Neben diesen beiden ist noch ein gewisser E. SCHMIDTMANN als Schleifer um 1700 bekannt, des weiteren ab 1705 auch ein "Achatschmelzer" namens MURRMANN. An dieser Stelle sollte noch einmal auf die Erzeugnisse aus Materialen des Kellerwaldes in den nordhessischen Schleifereien eingegangen werden: Meist wurden aus "Jaspis" Pokale und Trinkgeschirre gefertigt (von denen man einige noch im Hessischen Landesmuseum am Grimmplatz bewundern kann), ferner auch Dosen. Eine besondere Attraktion, die man seit 1750 im "Steinzimmer" des Kunsthauses aufbewahrte, scheint auch ein aus schwarzem und rotem "Achat" für den Landgrafen gefertigtes Portal gewesen zu sein, das mit den Statuen des Herkules und der Pallas (Minerva) sowie 8 kleinen, korinthischen Säulen verziert war, und die man aus einem Stück gefertigt hatte. SCHMINCKF, nennt als Material "Hessischen Agath". Das Stück hatte die Abmessungen 51/2 x 41/2 Fuß, was etwa 2,80 x 1,50m entspricht - es handelt sich also um eine recht eindrucksvolle Arbeit, vielleicht von Joh.Chr.LABHARDT gefertigt, dem "glücklichen Bearbeiter des sonst so schwer zu bezwingenden Jaspis". Ein anderer Schleifer, Daniel de la VALLETTE, besaß ein "Cabinet von kleinen Figuren und Statuen, z.T. aus hessischen Edelsteinen" gefertigt, die allseits Bewunderung hervorriefen. Noch 1983 soll sich nach KULICK in der Orangerie in Kassel eine große Kugel aus "Wildunger Achat" befunden haben. Als weiteres "Meisterstück" der Kasseler Manufaktur bezeichnet HALLO (1926) ein aus "Frankenberger Achat", Glasfluß und einem "sandgelben Opakstein" (vielleicht der von CERVINUS angeführte "leberfarbene Jaspis" oder Aventurinquarz) angefertigtes Medaillon des jugendlichen Landgrafen Karl, das 26 x 23cm groß war. Dieses Stück kann im dänischen Schloß Rosenborg besichtigt werden. Eigentlich sollte nach dem Willen des Landgrafen auch das jetzige Marmorbad beim Orangerie-Schloß in der Karlsaue aus "Frankenberger Jaspis" (blutrotem Eisenkiesel) gefertigt werden, doch ging es nach seinem Tode auch auch mit dieser Art des Kunstgewerbes steil bergab. Knapp hundert Jahre später beschäftigt sich dann wieder der reisende Naturforscher ULLMANN, wohl weitgehend in Unkenntnis der landesherrlichlichen Steinbearbeitung in Kassel, mit den Eisenkieseln und Jaspisen des Kellerwaldes. Sowohl er als auch ein gewisser CURTZE empfehlen die wirtschaftliche Be- und Verarbeitung dieser Gesteine, besonders der vom Ziegenberg bei Bad Wildungen und der Leuchte bei Bergfreiheit zu Dosen u.ä.. Außerdem regt ULLMANN an, die um Löhlbach herumliegenden Stücke von Eisenkieseln, die "Anfang des vorigen Jahrhunderts als Bau- und Pflastersteine" genutzt wurden, besser zur Anfertigung von Tischplatten zu verwenden. Besonders ULLMANN scheinen es auf seinen Wanderungen durch das Ederbergland die Eisenkiesel (Jaspise) angetan zu haben, als er von Frankenau nach Löhlbach kam. In seinen Aufzeichnungen äußert er sich geradezu begeistert, besonders über die Lokalität "Hünnstein" (Hünstein bei Jägersruh, an der Straße Frankenau-Löhlbach). Hier fand er "ohngefähr drey hundert Schritte von dieser Steinsmasse entfernt, gerade da, wo dieser Gebirgsteil mit einer jungen Buchenpflanzung und einem kleinen Tannengarten geschmückt ist", einen "blutroten, mit graulichtweißem Quarze adern- und fleckweise durchzogenen Hornstein, der theils in einzelnen, 2 bis 3 Fuß hohen Blöcken aus der berasten Dammerde hervorstand, theils zerstreut in einzelnen lose größeren und kleineren Stücken", zusammen mit Kieselschiefer und "Hornblendegesteinen" (wohl Diabas) umherlag. Darunter muß ein ganz und gar ungewöhnliches Stück gewesen sein. ULLMANN beschreibt es so: "Sechs Zoll lang und breit, vier Zoll dick, an den Enden und Kanten abgerundet, dunkel blutrot, jaspisähnlich, mit lauchgrünem Heliotrop." Das Stück war klüftig und enthielt auf den Kluftflächen roten Eisenocker. Im Inneren fanden sich eine Menge kleiner Chalcedontrümmer sowie sich kreuzende Quarzadern mit Quarzkristalldrusen. Und weiter: "Da hingegen, wo sich die Chalcedonflecken dieses Stückes in den Hornstein und Heliotrop verlaufen, besitzen "beyde eine stärkere Durchseheinheit an den Kanten, die an dem übrigen Hornsteine dieses Stückes nur äußerst schwach ist, und an den äußersten Stellen des Heliotrops, an denen er einen geringen Grad der Verwitterung erlitten zu haben scheint, und mit einer erhärteten Grünerde einige Aehnlichkeit besitzt, gänzlich fehlt." Vergleichbare Stücke fand er an dieser Stelle aber weiter nicht. Einen Anreiz, die Suche an ansprechenden Eisenkieseln recht intensiv zu betreiben, hatten ihm die Veröffentlichungen von VALENTIN und WOLFART gegeben. Besonders letzterer äußert sich in seiner Naturgeschichte Niederhessens, wohl noch in frischer Erinnerung an die handwerkliche Verwendung des Rohstoffs am Fürstenhofe, sehr detailliert über die Löhlbacher Vorkommen. Er bezieht sich dabei auf den bereits genannten L.GEYER aus Frankenberg und einen gewissen MANGOLD als Gewährsleute und schreibt, daß dem Kasseler Hofe besonders schöne Exemplare von Jaspis und Achat angeboten wurden, einzigartig in der Farbgebung. Verwendet würden die Steine zur Herstellung von Säulen und Schmuck in der vormaligen landgräflichen Schleiferei. WOLFART berichtet auch über Steinbrüche bei Frankenberg (hiermit werden wohl die Fundstellen um Löhlbach gemeint sein), "woher unser Fürst seinen glänzenden Jaspis bezieht, von karminrot mit weißen Punkten und sich kreuzenden Adern." Er unterscheidet dabei verschiedene Arten: 1. ein brauner Jaspis ("Leberfarbe") mit weißen Punkten vom Pferdsberg, in Hessen erstmals bekanntgeworden; 2. rot und weiß melierter Jaspis von Tilgeroth bei Löhlbach, "alwo lhro Hochfuerstl. Durchlaucht durch Bergleute einen Schacht sencken und Stollen treiben lassen bis hundert Schuh tieff, alwo sie dann einen Felsen gefunden, der je länger je stärcker gantz schnur stracks angewachsen, und allzeit staercker geworden, also, dass zu muthmasen, dass kein Ende davon zu finden seye." 3. ganz roter Jaspis ist WOLFART aus der Bernerd, einem Wiesengrund südöstlich von Löhlbach, bekanntgeworden. Diese letztgenannte Lokalität birgt auch heute noch eine Menge großer, kantengerundeter Eisenkieselblöcke, die am und im Bach in die Erde eingebettet liegen und teilweise sehr schöne Farben zeigen. Sie erreichen mitunter einen halben Meter Durchmesser. Offensichtlich handelt es sich hier um Rollstücke aus Primärvorkommen des Aschkoppen-Gebietes. An weiteren Farbgebungen werden von WOLFART erwähnt: Dunkles Rot mit weißen Adern; helles und intensives Rot mit weißen und blauen Adern; schwarz mit gelben und weißen Punkten. Ansonsten findet sich "eine gantze Stund rund um das Dorf Leelbach von allerhand farbigem Achat und Jaspis." Schwarz und weiß melierter "Achat" finde sich in einem Grund, der Untersten Gesenge. Als "Knüller" sei "gleich bey dem Dorffe auf dem Felde ein Stueck gefunden worden, in der Groesse als eine Herings-Tonne, von ungemeiner Schoenheit, worinnen ein rechter Sardonyx, und rothe Flecken, als der schoenste Carniol, zu sehen gewesen." Insgesamt bestätigt ULLMANN die Angaben WOLFARTs, wenn er schreibt, daß überall auf den Wegen von und nach Löhlbach und im Ort selbst blutrote und bräunlich-rote Hornsteine mit Flecken und Streifen von Quarz und "mordorerother", jaspisartiger Hornstein sowie roter und schwarzer "Achat" zu finden sei. Er selbst fand Stücke davon (außerhalb der Vorkommen am Pferdsberg) in den genannten Wiesengründen Tilgeroth, Bernerd, unterstes Gesenge sowie im Waldrevier Tilgersches Holz, wo er offenbar auf ein Primärvorkommen von rotem "Achat" stieß, das man offensichtlich auch schon früher abgebaut hatte. Die größte Menge dieser Steine findet er allerdings, wie das auch heute noch der Fall ist, auf dem Pferdsberg, so "rote Achate" von 12 Fuß Länge und 5 Fuß Breite und Dicke, die auf dem Gipfel (der damals wohl frei lag) herumlagen. In Drusen fanden sich gut ausgebildete Bergkristalle. Heute ist der Gipfel, ein langgestreckter Bergrücken, der in einem weiträumig geschützten Gebiet liegt, von Mischwald bedeckt. Auch jetzt noch ragen überall kleine Klippen aus dem Boden heraus, und ausgewitterte Felsbrocken -die sich leider nicht mehr mit den seinerzeit von WOLFART und ULLMANN gesehenen "Schönheiten" messen können- liegen herum. Die größten davon messen etwas mehr als einen Meter im Durchmesser. Meist handelt es sich um Eisenkiesel; untergeordnet kommt auch Kieselschiefer, das liegende Gestein, vor. Es handelt sich bei diesem Vorkommen wohl um die spärlichen Reste eines ehemals mächtigen Vorkommens. Die Blöcke zeigen unterschiedliche Farben. Neben den seltenen rötlichen Stücken, deren Schrumpfungsrisse hier von Chalcedon deutlich achatartig ausgefüllt wurden, findet man auch grünliche Tönungen - meist ist das Gestein aber grau-schwarz gefleckt. Auch in der Nähe des Gershäuser Hofes zwischen Braunau und Bergfreiheit soll nach KULICK in der "Barockzeit" ein Schurf zur Gewinnung des hier weiß gescheckten, roten Eisenkiesels angelegt worden sein, um mit "Hilfe dieses Materials eine heimische Schmuckindustrie ins Leben zu rufen". Angeblich ließ der Landgraf auch hieraus Vasen herstellen. Neben der Nutzung des Minerals durch den Adel sollte auch dessen ganz profane durch die heimische Bevölkerung nicht vergessen werden: Wie JACOB (1988) schreibt, hat man, besonders in der zweiten Hälfte des l8. Jhdts., den schön getönten "Löhlbacher Achat", im Volksmund als "Fierschteen" = Feuerstein bezeichnet, zur Einfassung für Grabstätten verwendet. Die Gerölle wurden zunächst lose verlegt, später sogar (mit Aufkommen des Zements), zur Einfriedung in Form von Mäuerchen. Die große Tradition der Kellerwälder Edelsteinsteinschleiferei setzt derzeit die Firma Lange in Bergfreiheit fort, die neben anderen Edel- und Schmucksteinen Kugeln, Handschmeichler, Briefbeschwerer, Brieföffner, Ketten, Ringsteine und Aschenbecher aus heimischem Eisenkiesel herstellt. Sehenswert ist besonders die Ausstellung der schönsten Steine der Umgebung im Foyer des Ladengeschäftes. Der Betrieb hat sich die Schürfrechte über sämtliche Primärabbaue der Umgebung gesichert. Wegen der großen Härte und Zähigkeit des Materials ist die Bearbeitung recht material- und zeitaufwendig und macht die fertigen Stücke zwangsläufig relativ teuer. Ich habe zur Herstellung des abgebildeten Aschenbechers ca 1½ SiC-Schleifscheiben von 150mm Durchmesser "verbraucht". Wer selbst auf die Suche nach "Wildunger Achat" gehen will, dem seien die Felder zwischen Odershausen und Braunau empfohlen. Hier hat man nach der Ernte oder im Frühjahr, wenn geeggt und der Boden abgeregnet ist (ein leichter Dauerregen ist eine gute Voraussetzung für Finderglück, da man sonst die schöne Zeichnung der Steine nicht erkennt und zuviel "unnützes" Material mitschleppt), die besten Chancen. Schwarz-weiß gezeichnete Eisenkiesel finden sich auf den Feldern westlich des Dickers-Berges (SW Odershausen). Auch auf den Feldern südlich von Löhlbach, südlich des Straßenabzweiges Haina-Battenhausen, bieten sich gute Fundmöglichkeiten. Allerdings enthalten diese Steine kaum Chalcedon und sprechen daher nur durch ihre schöne, rote Farbe an.

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Eisenkiesel, Sphärolith-Sternquarz

 

 Makroaufnahme von Eisenkiesel Sphärolithen

 

 


                                    

           

                                  

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